Chronik der Steyr Krippenfreunde

 

In Steyr, am Zusammenfluss des gleichnamigen Gewässers und der Enns wurde am 2. Februar 2000 im Rahmen des Festaktes der Städtepartnerschaft-Ehe „Steyr mit Bethlehem“ eine auf religiöser, künstlerischer und volkskundlicher Grundlage passierende Krippenbauorganisation mit dem Namen „Steyrer Krippenfreunde“ ins Leben gerufen.

 

Der Verein wurde seit seiner Gründung bis 2004 vom Kons. und Krippenbaumeister Josef Seidl und ab 2005 von Kons. und Krippenbaumeister Karl Hennerbichler im Sinne eines modernen Managements zur Erreichung des statutengemäßen  Ziels und Zwecks geführt.

 

Die Vorstandsorganisatoren haben sich mit den Vereinsmitgliedern die Wiederaufbereitung, Förderung und Verbreitung von alten und teilweise in Vergessenheit gekommenen Krippenbaumethoden sowie die Unterstützung öffentlicher und privatrechtlicher Institutionen bei Renovierungen und Neugestaltungen von Krippen aller Art zur Zielsetzung gemacht. Die Steyrer Krippenfreunde laden alle Interessenten gegen einen geringen finanziellen Aufwand zur Abdeckung der steten Materialkosten zum kostenlosen Krippenbauen unter fachmännischer Anleitung in die eigene Krippenbauwerkstätte, die vorübergehend bis zur Adaptierung eines entsprechenden Lokales im Kellerbereich (ehemalige Waschküche) des Obmannes, Karl Hennerbichler, situiert ist, herzlich ein.

 

Das aus der freien Natur stammende Krippenbaumaterial sowie die reliefförmige Tonfiguren (sogenannte Loahmmandel, unbemalt) werden im Falle eines Vereinsbeitrittes von der Organisation der Steyrer Krippenfreunde verbilligt zur Verfügung gestellt.

 

Bei den Steyrer Krippenfreunde können von Jänner bis Ende Mai und September bis Dezember Krippen aller Art (Jahres-, Weihnachts-, Fasten- bzw. Passionskrippen) und in jeder Stilrichtung gebaut werden. Krippenbauseminare werden so angelegt,  pro Seminar max. 4 bis 5 Personen, dass alle Teilnehmer, auch jene, die noch im Arbeitsprozess eingegliedert sind, einen entsprechenden Termin bekommen. 

 

- Fortsetzung nach der Einschaltung "In Memoriam" -

 


In Memoriam

 

Trauernd, dass wir ihn verloren haben, dankbar, dass wir ihn gehabt haben und wissend, dass er uns weiterhin nahe ist, nehmen wir Abschied von unserem langjährigen Krippenfreund

 

Konsulent Josef Seidl

Krippenbaumeister

 

4400 Steyr, Leonhard Sattler Straße 4, 

der am 1. Februar 2014, nach kurzer, schwerer Krankheit

im 79. Lebensjahr verstorben ist.

 

Kons. Josef Seidl war bereits über 50 Jahre auf dem Gebiet des Krippenbauwesens sowie mit dem damit verbundenen Brauchtum mit viel Liebe in enger Beziehung tätig. Er war immer an jener Stelle zu finden, wo er den Krippenfreunden hilfreich unter die Arme greifen konnte. Seit seiner aus gesundheitlichen Gründen erfolgten Pensionierung verschreib er sich ganz der darstellenden Kunst.

 

In den Siebzigerjahren besuchte Kons. Josef Seidl mehrere Ausbildungslehrgänge in der Keramik-Fachschule Stab (Burgenland) sowie die erforderlichen Seminare zum Erwerb des Krippenbaumeisters in Innsbruck. In der sogenannten Renaissancezeit der aus 1840 stammenden reliefförmigen Loahmmandel in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Kons. Josef Seidl mit seinem hervorragenden Wissen über die Tonverarbeitung mit einem Überangebot von Engagement an der regionalen Wiedereinführung dieser tönernen Figuren in den Krippen wesentlich beteiligt. Er formte zahlreiche Figuren von den alten Motiven in neue Model, um bereits vergessene Krippendarstellungen und der Fertigungsmethoden wieder ins Leben rufen zu können.

 

Zu seinen bedeutungsvollsten Projekte zählen die komplette Planung und Bau des 58 m² großen Krippenberges einschließlich der Geburtsgrotte, der orientalischen Bauwerke sowie die gesamte Botanik der mit 788 bekleideten Figuren bestückten Pöttmesser Krippe in Christkindl, OÖ. sowie die Konzeption und vollständige Fertigung einer Waggonkrippe, offiziell: „Krippe am Bahnhof“, die über 5 Jahre während der Adventzeit auf Schienen im gesamten mitteleuropäischen Raum für die Aktion „Licht ins Dunkel“ unterwegs war . Diese Krippe  mit einem 17m² großen Krippenberg war mit 1100 von ihm selbst modelliert Loahmmandel bestückt. Für die jüngste Loretokapelle Mitteleuropas wurde von Kons. Josef Seidl ein Heiliges Grab errichtet, das durch die beleuchteten verschiedenfärbigen Glasbausteine  eine besondere Spiritualität  zum Ausdruck bringt und die Ästhetik mit der erforderlichen Funktionalität des Objektes vollständig im Einklang steht.

 

Kons. Josef Seidl gründete 2000 in Steyr den Verein die „Steyrer Krippenfreunde“ und führte diesen fünf Jahre lang als Obmann. 2002 wurde ihm aufgrund seiner ehrenamtlichen Verdienste um das Krippenbauwesen vom Amt d. oö. LRg. der Ehrentitel „Konsulent“ für Volksbildung und Heimatpflege“ verliehen.

 

Lieber Konsulent Josef Seidl, die Steyrer Krippenfreunde sagen dir noch einmal ein herzliches „Vergelt´s Gott und Dankeschön“ für deinen langjährigen und unermüdlichen Einsatz um das oberösterreichische sowie internationale Krippenbauwesen. 

 

 

Letzte Ruhestätte von Konsulent Josef SEIDL

 

Steyr, Friedhof der Pfarre Christkindl 


Fortsetzung der Chronik ist in Arbeit - kommt in Kürze